Professor Schöndorf zum Mobilfunk
Die Neue Juristische Wochenschrift 2 / 2009 beinhaltet ein Interview mit Prof. Erich Schöndorf zum Mobilfunk: „Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die Front zusammenbricht.“
NJW: Warum tun sich Strahlenopfer von Mobilfunkmasten so schwer, Ihre Rechte erfolgreich durchzusetzen?
Schöndorf: Vorrangig ist das kein juristisches sondern ein politisches Problem. Für ungefähr 100 Milliarden DM hat die Bundesrepublik seinerzeit die UMTS-Lizenzen verkauft und jetzt wollen die Käufer ihre Rechte zu Geld machen. Flächendeckende erfolgreiche Klagen würden da sehr stören. Der Staat hat das schon geahnt und entsprechend hohe Grenzwerte festgelegt, die sich medizinisch allerdings nicht begründen lassen. Eine im Zweifelsfall den Konzerninteressen verpflichtete Justiz exekutiert diese Grenzwerte und weist die Klagen ab.
NJW: Was sollte zum Schutz vor Elektrosmog getan werden?
Schöndorf: In erster Linie geht es darum die Grenzwerte auf das medizinisch Erforderliche zu
senken. Andere Länder haben das längst getan. In Deutschland meint man darauf verzichten zu können weil die Betreiber dadurch Kosten sparen. Darüber hinaus wäre in jedem Fall eine bessere Aufklärung der Bevölkerung vor den Gefahren des Elektrosmogs dringend geboten. Auch bei reduzierten Belastungen bleiben beispielsweise für Handybenutzer erhebliche Risiken bestehen.
…
NJW: In den USA gab das Arbeitsgericht einer Arbeitnehmerin Recht, die ihren Gehirntumor auf den arbeitsbedingten Handygebrauch zurückführte. Werden solche Prozesse auch in Deutschland kommen?
Schöndorf: In Deutschland gibt es alles was es in Amerika auch gibt, nur mit einer entsprechenden Zeitverzögerung. Gegenwärtig steht die Justiz noch geschlossen hinter ihrer abweisenden Linie. Aber schon sind hochkompetente Initiativen dabei die Zusammenhänge deutlich zu machen. Sie tragen dabei eine Unmasse an belastenden Indizien zusammen, deren gewaltiger Überzeugungskraft sich kein Gericht auf Dauer entziehen kann. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die Front zusammenbricht.
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Anmerkung: Diese Hinweise aus dem Mund eines ehemalige Staatsanwalts sollte jeden Vermieter über die mögliche Haftung nachdenken lassen, die ihn treffen wird bezüglich aller Gefahren, die von seinem Grundstück ausgehen. Liebe Vermieter, IHR SEID NICHT SICHER mit dem Mast auf euerem Grundstück oder Hausdach. Es ist (nur) eine Frage der Zeit!

Mai 26th, 2009 at 17:53
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