Zweite Frühwarnung der Europäischen Umweltagentur zu den Risiken des Mobilfunks
- Stuttgarter BI meldet:

- Beweislage für Tumorgefahr stärker als vor zwei Jahren
- Erhärtete Beweislage erfordert Senkung der Grenzwerte
- Schutzmaßnahmen für diskriminierte „Frühwarn“-Wissenschaftler gewährleisten
„Die Washingtoner Konferenz zu Mobiltelefonen hat gerade das aktuelle Beweismaterial zu den möglichen Gefahren im Zusammenhang mit Mobiltelefonen, insbesondere das mögliche Hirntumorrisiko, ausgewertet…Die Beweislage für ein Hirntumorrisiko ausgehend von Mobiltelefonen, obwohl immer noch sehr begrenzt und stark bezweifelt, ist unglücklicherweise stärker als vor zwei Jahren, als wir erstmalig unsere Frühwarnung herausgaben.“ (Prof. J.McGlade, EUA)
In Washington fand am 14./15. September eine Senatsanhörung zum Mobilfunk>> statt, parall zu einer Konferenz von Wissenschaftlern. In einer Erklärung anlässlich der „Washington-Konferenz Mobiltelefone und Gesundheit“ hat die EUA-Direktorin Prof. Jacqueline McGlade aufgrund der gegenwärtigen Beweis(!)lage die Umsetzung des Vorsorgeprinzips eingefordert. Sie verweist darauf, dass ein Warten auf Beweise zu sehr hohen Gesundheitsausgaben und wirtschaftlichen Kosten führen kann, wie es bei Asbest, bleihaltigem Benzin und Rauchen der Fall gewesen ist. Sie fordert u.a.:
- Die Exposition gegenüber Elektromagnetischen Feldern ( EMF ) zu reduzieren, besonders gegenüber der Hochfrequenz der Mobiltelefone, und besonders die Exposition von Kindern und Heranwachsenden, die am meisten durch Hirntumore gefährdet sind.
- Die wissenschaftliche Basis der gültigen EMF-Grenzwerte zu überprüfen, die schwer wiegenden Einschränkungen wie z.B. das Vertrauen in das thermische Paradigma (Ablehnung nicht-thermischer Effekte) haben, sowie die stark vereinfachenden Annahmen zur Vielschichtigkeit der Hochfrequenz-Exposition.
- Wirkungsvolle Aufkleber und Warnungen zu den möglichen Risiken für Nutzer von Mobiltelefonen herzustellen
- Mittel bereitzustellen, um die dringend benötigte Forschung zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Mobiltelefonen und den dazugehörigen Sendeanlagen zu finanzieren (ev. durch Zuschüsse der Industrie).
Prof. McGlade verweist auch darauf hin, dass „Frühwarn“-Wissenschaftler oft unter Diskriminierung, Verlust von Forschungsgeldern und unangebrachten persönlichen Attacken auf ihre wissenschaftliche Integrität leiden, wie es in vielen Umweltbereichen der Fall ist. Prof McGlade spielt damit auf die Inszenierungen der Industrie um angebliche Studienfälschungen an der Wiener Universität an. Dort sollen unbequeme Studien zurückgezogen werden. Sie ruft dazu auf, dass wissenschaftliche Verbände, Rechtsanwälte und Politiker über Schutzmaßnahmen nachdenken, wie die Gesellschaft einen größeren Schutz für Frühwarn-Wissenschaftler gewährleisten können.
Vodafone kontert mit Entwarnung
Vodafone geht nun mit einer Pressemitteilung in die Offensive gegen die zahlreichen Vorsorge – Warnungen der letzten Monate ( AUVA-Versicherung Österreich, Österreichisches Gesundheitsministerium und Ärztekammer, Europäische Umweltagentur, EWG (Environmental Working Group, USA), Senatsanhörung (USA)):
„Und auch die örtliche Temperaturerhöhung, die beim Gebrauch eines Handys in Teilen des Körpers entsteht, ist
geringer als 0,1 °C. Der Teilkörpergrenzwert berücksichtigt zudem den theoretischen Maximalfall. Das bedeutet: Ein Nutzer kann an sieben Tagen pro Woche jeweils 24 Stunden mobil telefonieren, ohne gesundheitlichen Risiken ausgesetzt zu sein.“
(Vodafone – Pressemitteilung vom 22.10. 2009.pdf >>)
Wir fordern das Bundesamt für Strahlenschutz auf, zu dieser Vodafone – Erklärung Stellung zu beziehen.


